Kleider des Lichts Die Textilkünstlerin Margit Wimmer-Fröhlich aus Mattighofen in Oberösterreich verbindet Stoff, Licht und Schatten zu lebendigen Kunstwerken. Unter dem Namen „Kleider des Lichts“ hat sie eine eigene künstlerische Sprache entwickelt: Licht fällt durch feine Strukturen, verschwindet in Falten und lässt Formen immer wieder anders erscheinen. Von der Mode zur Textilkunst Nach ihrer Ausbildung an der Modeschule in Graz legte sie 1988 die Meisterprüfung im Kleidermacherhandwerk ab. Erfahrungen in Mode und Haute Couture sowie ihre Tätigkeit als Lehrerin prägten ihren Weg. Aus der Frage, wie Stoff statt eines Körpers das Licht umhüllen könnte, entstanden die „Kleider des Lichts“. 2009 eröffnete sie ihre Textilwerkstatt in Mattighofen. Material, Natur und Raum Bevorzugt arbeitet sie mit Leinen, Baumwolle, Wolle und Seide. Durch Falten, Drapieren und Strukturieren werden ebene Stoffflächen dreidimensional. Bäume, Äste, Wurzeln und Landschaften inspirieren ihre organischen Formen; andere Arbeiten bleiben abstrakt. Jede Faser bringt dabei ihren eigenen Charakter und ihre besondere Wirkung im Licht mit. Licht ist ein Bestandteil der Werke: Es lässt dünne Stellen aufleuchten, erzeugt Schatten und verändert die Wahrnehmung der Strukturen. So bleiben die Arbeiten wandelbar und lassen Raum für eigene Assoziationen. Ihr Spektrum reicht von Steh- und Wandleuchten über textile Wandbilder bis zu großformatigen Installationen. Viele entstehen für einen bestimmten Ort und beziehen Architektur, Lichtverhältnisse und Atmosphäre ein. Große Stoffflächen nehmen außerdem Schall auf und reduzieren den Nachhall. 18 Lichtkleider im Erzbischöflichen Palais Salzburg Für den historischen Empfangsbereich des Erzbischöflichen Palais in Salzburg schuf Margit Wimmer-Fröhlich 18 individuell angefertigte „Kleider des Lichts“ aus mehr als 120 Quadratmetern hochwertiger Wolle. Jedes Stück wurde von Hand gefertigt und auf den Raum abgestimmt. Die moderne Textilkunst begegnet hier jahrhundertealter Architektur. Je nach Tageszeit und Blickwinkel verändern sich Licht und Strukturen. Zugleich verbessern die textilen Flächen die Akustik der großen Eingangshalle und verleihen ihr Licht, Leichtigkeit und Wärme. Zwischen Handwerk und Kunst Neben Installationen entstehen Stehlampen mit wechselbaren Lichtkleidern, Stolen und außergewöhnliche textile Einzelstücke. Kein Stück gleicht dem anderen. Ihre Arbeiten verbinden Textilkunst, Design und Kunsthandwerk – getragen von handwerklichem Können und künstlerischer Freiheit.
Werke von Margit Wimmer-Fröhlich
Installation (transportable)
Installation im Erzbischöflichen Palais in Salzburg